Der Quadratmeterpreis ist sichtbar. Die wirtschaftlich entscheidenden Größen sind oft unsichtbar: Wie viele normgerechte Courts passen ohne tote Fläche hinein? Wie viele zahlungsbereite Spieler erreichen die Halle in 20 Minuten? Wie viele buchbare Stunden entstehen nach Lärm-, Energie- und Genehmigungsrisiken?

01

Deutschland wächst – bleibt aber ein lokaler Standortmarkt.

Der FIP World Padel Report 2025 schätzt Deutschland auf 325 Clubs, 875 Courts und 350.000 Amateurspieler. Das entspricht durchschnittlich 2,7 Courts je Club, rund 95.000 Einwohnern und 400 Amateurspielern je Court. Diese nationalen Zahlen zeigen frühe Marktreife, ersetzen aber keine lokale Prüfung.

Ein Club verkauft Zeitfenster an Menschen, die wiederkommen müssen. Einzugsgebiet, Fahrtzeit, Konkurrenz, Sichtbarkeit und Community-Angebot bestimmen daher mehr als das bundesweite Wachstum. Schon innerhalb einer Region können zwei Hallen völlig unterschiedliche Nachfrageprofile haben.

02

Die sieben KPIs für den ersten Standort-Check.

  1. 01Einzugsgebiet

    Bevölkerung und Kaufkraft in 10, 20 und 30 Minuten – nicht nur im Stadtgebiet.

  2. 02Nachfragesignale

    Bestehende Spieler, Suchinteresse, Wartelisten, Vereine, Hochschulen und Firmen.

  3. 03Court-Dichte

    Bestehende und angekündigte Courts je relevanter Fahrzeit sowie deren Indoor-Verfügbarkeit.

  4. 04Nutzbare Geometrie

    Court-Zahl nach Stützen, Höhe, Fluchtwegen, Umkleiden und Aufenthaltsflächen.

  5. 05Occupancy Cost

    Miete, Nebenkosten und Umbau pro tatsächlich wirtschaftlich nutzbarem Court.

  6. 06Erreichbarkeit

    Parkplätze, ÖPNV, sichere Abendzufahrt, Sichtbarkeit und barrierearme Wege.

  7. 07Betriebsfähigkeit

    Genehmigung, Lärm, Brandschutz, Energie, Öffnungszeiten und Ausbauzeit.

03

Bruttofläche ist nicht Court-Fläche.

Eine Halle kann auf dem Exposé groß wirken und trotzdem wirtschaftlich schlecht schneiden. Stützenraster, Dachbinder, Kranbahnen, niedrige Randzonen oder ungünstige Tore können Court-Positionen blockieren. Hinzu kommen sichere Abstände, Zuschauerwege, Empfang, Lager, Sanitär, Technik und Fluchtwege.

Bestehende Industriehalle in Neuötting vor dem Clubausbau
Praxisbeispiel Neuötting: Die bestehende Halle vor dem Ausbau. Das Bild dokumentiert den Ausgangszustand, nicht das fertige Cluberlebnis.

Für Padel ist lichte Höhe besonders wichtig. Sie muss nicht nur auf der Court-Mitte, sondern über dem gesamten relevanten Spielraum funktionieren. Ein frühes digitales Aufmaß plus Court-Layout verhindert, dass der Business Case mit Courts rechnet, die später nicht genehmigungs- oder spielbar sind.

04

Die richtige Vergleichsgröße: Standortkosten je produktivem Court.

Vergleichen Sie nicht nur €/m². Teilen Sie Miete, Nebenkosten und standortbedingte Umbaukosten durch die Zahl der Courts, die realistisch betrieben werden können. Eine 2.000-m²-Halle mit vier Courts kann wirtschaftlich schlechter sein als eine kompaktere Halle mit fünf effizienten Courts.

Monatliche Standortkosten÷produktive Courts=Kosten je Court

Danach folgt die zweite Ebene: Investitionskosten je Court. Boden, Dach, Brandschutz, Elektro, Sanitär, Schallschutz und Hospitality können einen niedrigen Mietpreis schnell überkompensieren. Pachtfreie Ausbauzeit und langfristig verlässliche Optionen sind deshalb echte Finanzkennzahlen.

05

Nachfrage muss in buchbare Stunden übersetzt werden.

Viele Interessenten bedeuten nicht automatisch hohe Auslastung. Entscheidend ist, wann sie spielen wollen, welchen Preis sie akzeptieren und wie oft sie wiederkommen. Prime Time, Vormittag, Wochenende und Firmenzeiten brauchen getrennte Annahmen.

Die Hamburger Machbarkeitsstudie von 2026 modelliert etwa 5,4 belegte Stunden je Court und Tag als Betriebskostenschwelle im dortigen realistischen Szenario. Die Zahl ist nicht übertragbar, zeigt aber, warum zeitlich konzentrierte Nachfrage und Off-Peak-Programme im Standortmodell explizit abgebildet werden müssen.

Standortthese

Nicht die größte Halle gewinnt – sondern die Halle mit der höchsten realistisch monetarisierbaren Court-Zeit nach allen Standortkosten.

06

Vom Exposé zum Investment Case.

  1. 01
    Desktop-Screening

    Fahrzeiten, Bevölkerung, Wettbewerb, Nutzung und erste Geometrie.

  2. 02
    Vor-Ort-Prüfung

    Aufmaß, Höhe, Stützen, Dach, Zufahrt, Parken und Nachbarschaft.

  3. 03
    Technische Vorprüfung

    Brandschutz, Genehmigung, Statik, Schall, Energie und Ausbau.

  4. 04
    Betriebsmodell

    Court-Stunden, Preise, Ramp-up, Personal, Zusatzumsätze und Kosten.

  5. 05
    Entscheidung

    Downside, Basis und Upside vergleichen; Abbruchkriterien dokumentieren.

Großes Hallentor der Neuöttinger Bestandshalle
Zufahrt und Logistik gehören zur Prüfung.
Innenraum und Dachstruktur der Neuöttinger Halle
Höhe, Stützen und Technik definieren das Layout.
07

Red Flags, die einen günstigen Standort teuer machen.

  • Court-Zahl basiert auf Bruttofläche statt geprüftem Layout.
  • Genehmigung oder Lärmschutz werden erst nach Vertragsunterschrift geklärt.
  • Die Auslastung wird als Tagesdurchschnitt ohne Zeitfenster modelliert.
  • Wettbewerbsprojekte in Bau oder Planung fehlen im Einzugsgebiet.
  • Energie-, Dach- oder Brandschutzinvestitionen sind nicht budgetiert.
  • Mietlaufzeit ist kürzer als die wirtschaftliche Amortisation des Ausbaus.
Nächster Schritt

Eine Halle prüfen lassen

MorePadel prüft Hallen, Gewerbeflächen und Grundstücke anhand von Geometrie, Einzugsgebiet und Betriebspotenzial.

Standort einreichen
Quellen & Methodik

FIP World Padel Report 2025, Deutschland-Seite 150, Schätzwerte Oktober 2025; Robin Buttkereit, Assessing the profitability of new indoor padel courts, 2026; MorePadel Standort- und Neuötting-Projektdaten. Nationale Werte sind keine Prognose für einen konkreten Standort.

Offiziellen FIP Report öffnen