Ein guter Padel-Businessplan beginnt nicht mit einer Wunsch-Rendite, sondern mit verkaufbaren Court Hours. So werden Kapazität, Preis, Zusatzumsatz, Fixkosten und Cashflow belastbar verbunden.

01

Die Kernformel: Courts × Stunden × Tage × Auslastung × Preis

Ein Court kann nur einmal pro Zeitfenster verkauft werden. Deshalb beginnt der Padel-Businessplan mit der verfügbaren Kapazität. Fünf Courts, 18 Öffnungsstunden und 30 Betriebstage ergeben 2.700 angebotene Court Hours pro Monat.

Auslastung übersetzt diese Kapazität in verkaufte Stunden. Bei 25 Prozent sind es 675 Stunden, bei 35 Prozent 945 und bei 45 Prozent 1.215. Erst danach wird mit dem tatsächlich erzielten Durchschnittspreis gerechnet. Kostenfreie Events, Rabatte oder No-Shows dürfen nicht als voller Umsatz erscheinen.

Visualisierung eines MorePadel Performance Centers mit Indoor-Courts
Ein Clubkonzept wird erst durch Kapazität, Preis, Auslastung und Betrieb zu einem Businessplan.
02

Court-Umsatz ist die Basis – aber nicht der gesamte Clubumsatz.

Bei 42 Euro je Stunde ergeben die drei Auslastungsstufen rechnerisch 28.350, 39.690 und 51.030 Euro monatlichen Court-Umsatz. Das Neuötting-Gesamtmodell enthält zusätzlich weitere betriebliche Erlösquellen und modelliert Jahresumsätze von 352.200, 488.280 und 624.360 Euro.

Zusatzumsatz kann aus Coaching, Academy, Ligen, Events, Verleih, Shop, Getränken oder Firmenformaten entstehen. Er sollte separat mit eigenen Mengen und Preisen gerechnet werden. Ein pauschaler Prozentsatz ohne operativen Plan verschleiert, ob Team, Fläche und Nachfrage diese Erlöse wirklich tragen.

  • Court Booking
    Court Booking

    Peak-/Off-Peak-Preis, Abos, Pakete und Stornologik.

  • Coaching
    Coaching

    Trainerkapazität, Teilnehmerzahl, Preis und Revenue Share.

  • Events & Ligen
    Events & Ligen

    Teilnehmer, Frequenz, Sponsorings und Zusatzverbrauch.

  • Hospitality
    Hospitality

    Bon, Marge, Öffnungszeiten und Personaleinsatz.

  • Retail & Verleih
    Retail & Verleih

    Bestand, Abschreibung, Einkauf und Ausgabefrequenz.

  • Corporate
    Corporate

    Pakete, Wochentage, Akquise und Wiederholungsrate.

03

Auslastung muss nach Zeitfenstern modelliert werden.

Ein Tagesdurchschnitt verdeckt das wichtigste operative Problem: Prime Time kann ausverkauft sein, während Vormittage leer bleiben. Ein belastbares Modell trennt mindestens Werktag Vormittag, Werktag Nachmittag, Werktag Abend und Wochenende.

Der Ramp-up gehört ebenfalls in die Monatsplanung. Neuötting verwendet zwölf Monate. Marketing, Einsteigerkurse, Open Matches und Ligen müssen zeitlich zeigen, wie neue Spieler entstehen und wie häufig sie wiederkommen. Ohne diesen Mechanismus ist Auslastung nur eine Zielzahl.

04

Fixkosten erzeugen Hebel – in beide Richtungen.

Miete, Kernteam, Software, Versicherung und ein Teil der Energie verändern sich kurzfristig kaum. Zusätzliche verkaufte Stunden können deshalb eine hohe Deckung liefern. Umgekehrt bleibt bei schwacher Auslastung wenig Möglichkeit, den Kostenblock sofort zu reduzieren.

Das Neuötting-Modell enthält 17.291 Euro fixe monatliche Betriebskosten. Für einen belastbaren Plan müssen außerdem variable Kosten, Betreibervergütung, Instandhaltung, Steuern, Finanzierung, Ersatzinvestitionen und Rücklagen abgebildet werden. EBITDA ist ein operativer Zwischenschritt, nicht der verfügbare Betrag für Anleger.

05

Downside, Basis und Upside müssen dieselbe Logik verwenden.

Im Neuötting-Modell stehen 25, 35 und 45 Prozent Auslastung für drei konsistente Szenarien. Daraus entstehen modellierte EBITDA-Werte von 131.853, 262.966 und 394.079 Euro pro Jahr. Die hohe Spreizung zeigt, wie sensibel ein Club auf zusätzliche Court Hours reagiert.

Diese Werte sind ambitionierte Projektannahmen und keine Branchenbenchmarks. Entscheidend ist nicht, welches Szenario am attraktivsten aussieht, sondern bei welcher Auslastung laufende Kosten, Rücklagen und Verpflichtungen zuverlässig gedeckt werden. Ein sinnvoller Downside zeigt außerdem, wie viel Liquidität bei Verzögerungen benötigt wird.

  • Downside
    Downside

    Niedrigere Auslastung, langsamer Ramp-up, Kostenreserve und keine Wunsch-Extras.

  • Basis
    Basis

    Belegte Marktannahmen, operativer Maßnahmenplan und realistische Lernkurve.

  • Upside
    Upside

    Nur mit klaren Kapazitäten, Nachfragebelegen und zusätzlichem Ressourceneinsatz.

06

Vom EBITDA zum Cashflow und zur möglichen Ausschüttung

Nach EBITDA folgen Steuern, Working Capital, Instandhaltung, Ersatzinvestitionen und Rücklagen. Erst der verbleibende freie und rechtlich ausschüttungsfähige Cashflow kann nach Beteiligungsquote verteilt werden. Quartalsweise Ausschüttungen bei MorePadel setzen daher tatsächlich erwirtschafteten Gewinn voraus und sind nicht garantiert.

Für Anleger sollte der Businessplan zeigen, wann Kapital abfließt, wann der Club eröffnet, wie der Ramp-up verläuft und in welchen Perioden Ausschüttungen überhaupt möglich wären. Ein kumulierter Cashflow macht sichtbar, ob ein kurzer Payback nur aus einem starken Endwert oder aus laufender operativer Leistung entsteht.

07

Sieben Fragen an jeden Padel-Businessplan

Prüfen Sie: Ist die Court-Kapazität korrekt? Ist die Auslastung nach Zeitfenstern und Monaten aufgebaut? Entspricht der Preis dem lokalen Markt? Sind Zusatzumsätze operativ erklärt? Enthält der Kostenblock alle Rollen und Reserven? Ist der Kapitalbedarf vollständig? Und hält das Projekt auch ein plausibles Downside-Szenario aus?

Wer diese Fragen beantwortet, erhält keine sichere Prognose. Aber der Businessplan wird vom Wunschbild zu einem steuerbaren Modell, in dem Annahmen später mit Ist-Daten verglichen werden können.

Nächster Schritt

Das Cashflow-Modell interaktiv prüfen

Der Rendite-Rechner zeigt, wie ein Modelleinsatz ab 5.000 € mit den Neuötting-Szenarien zusammenhängt – transparent als Modell, nicht als Prognose.

Zum Rendite-Rechner