Die oft zitierte Court-Position ist nur ein Teil des Budgets. Ein belastbarer Kapitalbedarf umfasst Halle, Technik, Ausbau, Anlaufphase und Reserve – hier erklärt am realen Neuötting-Modell.

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Die kurze Antwort: Es gibt keinen seriösen Preis pro Padel-Halle.

Kosten hängen davon ab, ob Courts im Freien, in einer geeigneten Bestandshalle oder in einem Neubau entstehen. Selbst zwei Hallen mit gleicher Fläche können wegen Dach, Boden, Brandschutz, Elektrik, Sanitär, Akustik und Genehmigung einen völlig anderen Kapitalbedarf haben.

Ein reiner Preis pro Court unterschätzt deshalb regelmäßig die Investition. Für einen Club müssen mindestens Court-Systeme, Transport und Montage, Boden, Beleuchtung, Empfang, Umkleiden, IT, Sicherheit, Planung, Kaution, Vorlaufkosten und Liquiditätsreserve zusammen gerechnet werden.

Große Neuöttinger Industriehalle mit technischer Infrastruktur
Bestand reduziert nicht automatisch Kosten: Boden, Technik, Brandschutz und Layout müssen als Einheit geprüft werden.
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Das Neuötting-Modell: 429.302 Euro Gesamtkapital

Das MorePadel-Modell für Neuötting arbeitet mit fünf Indoor-Courts auf 1.390 Quadratmetern. Die CAPEX-Basis liegt bei 351.960 Euro. Mit einem Planungspuffer von 20 Prozent steigt der Ausbau- und Investitionsblock auf 422.352 Euro. Hinzu kommt eine Kaution von 6.950 Euro; daraus ergibt sich ein modellierter Gesamtkapitalbedarf von 429.302 Euro.

Diese Werte sind projektspezifisch und kein Branchenpreis. Sie zeigen aber, warum ein Budget nicht beim Angebot des Court-Herstellers enden darf. Entscheidend ist die vollständig betriebsbereite Anlage und genügend Liquidität für den Start.

  • Courts & Montage
    Courts & Montage

    Court-Systeme, Fracht, Einbringung, Aufbau und Abnahme.

  • Halle & Boden
    Halle & Boden

    Untergrund, Schutz, Markierung, Reparaturen und Anpassungen.

  • Technik
    Technik

    Licht, Elektrik, Netzwerk, Zutritt, Lüftung und gegebenenfalls Heizung.

  • Gäste & Team
    Gäste & Team

    Empfang, Lounge, Umkleiden, Sanitär, Lager und Personalbereiche.

  • Planung & Genehmigung
    Planung & Genehmigung

    Architektur, Fachplanung, Brandschutz, Akustik und Behörden.

  • Start & Reserve
    Start & Reserve

    Kaution, Vorlaufmiete, Recruiting, Launch-Marketing und Working Capital.

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Bestandshalle oder Neubau: Die Kostenlogik ist grundverschieden.

Eine Bestandshalle kann Tragwerk, Dach und Erschließung bereits mitbringen. Dafür entstehen Unsicherheiten bei Bodenqualität, Stützen, Fluchtwegen, Akustik, Dämmung und technischer Nachrüstung. Der vermeintlich günstige Quadratmeterpreis ist wertlos, wenn das Court-Layout nicht funktioniert oder der Ausbau die Ersparnis aufzehrt.

Beim Neubau sind Layout und Energie standardisierbarer, Grundstück, Baukörper, Planung und Finanzierung erhöhen jedoch den Kapitalbedarf und die Zeit bis zur Eröffnung. Für Investoren ist daher nicht die Kategorie allein entscheidend, sondern der belastbare All-in-Betrag bis zum operativen Start.

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Investitionskosten und Betriebskosten dürfen nicht vermischt werden.

CAPEX schafft oder verbessert den langfristig nutzbaren Club. OPEX fällt im laufenden Betrieb an: Miete, Personal, Energie, Reinigung, Software, Versicherungen, Wartung, Marketing und Betreibervergütung. Beide Blöcke beeinflussen den Kapitalbedarf, aber auf unterschiedliche Weise.

Neuötting modelliert 3.475 Euro Monatsmiete, 834 Euro Nebenkosten, 160 Euro Parkkosten und insgesamt 17.291 Euro fixe monatliche Betriebskosten. Ein Ramp-up von zwölf Monaten bedeutet, dass der Club diese Kosten finanzieren muss, obwohl die Zielauslastung noch nicht erreicht ist.

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Warum der Puffer keine optionale Reserve ist

Angebote ändern sich, Leitungswege sind länger, Böden benötigen zusätzliche Arbeit oder Behörden fordern Anpassungen. Ohne Puffer wird jede Abweichung zur Nachfinanzierung. Das kann Eröffnung, Verhandlungsposition und Rendite verschlechtern.

Ein prozentualer Puffer ist nur der Anfang. Gute Planung ordnet zusätzlich jedes wesentliche Risiko einem Verantwortlichen, einem Termin und einem möglichen Kostenbetrag zu. Je weiter das Projekt fortgeschritten ist, desto mehr Schätzwerte sollten durch Angebote oder Verträge ersetzt sein.

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Die Budget-Checkliste vor Mietvertrag oder Beteiligung

Vor einer Entscheidung sollten Court-Layout, technische Bestandsaufnahme, Genehmigungsweg, verbindliche Angebote und Zeitplan zusammengeführt werden. Prüfen Sie, ob Umsatzsteuer, Finanzierungskosten, Anlaufverluste und Ersatzinvestitionen korrekt behandelt sind.

Für Anleger ist außerdem wichtig, ob der Kapitalbedarf vollständig finanziert ist. Ein attraktives Betriebsmodell hilft wenig, wenn das Projekt vor Eröffnung zusätzliches Kapital benötigt und bestehende Investoren verwässert oder der Bau stoppt.

Nächster Schritt

Kosten mit dem Betriebsmodell verbinden

Der Padel-Businessplan zeigt, wie Kapitalbedarf, Auslastung, Preis und Fixkosten gemeinsam wirken.

Zum Padel-Businessplan